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Mit diesem Artikel schließen wir unsere Blog-Serie zum Thema „Speicherung von Fachdaten im BPM-Kontext“. In den verschieden Artikeln sind wir auf die einzelnen von uns dargestellten Szenarien genauer eingegangen. Die Unterschiede zwischen den verschiedenen Möglichkeiten haben wir versucht, so gut wie möglich darzustellen. Wir haben Stärken und Schwächen beleuchtet, um die Entscheidung für ein mögliches Szenario zu unterstützen. Bewusst möchten wir keinen Fall besser oder schlechter als andere darstellen. Diese Bewertung soll und kann nicht von unserer Seite vorgenommen werden, sondern muss für jedes Projekt, mit seinen individuellen Anforderungen, durchgeführt werden. Außerdem sollten Sie beachten, dass sich durch die Kombination der vorgestellten Szenarien Ihre Anforderungen u.U. sogar noch besser umsetzen lassen.

integriertes Szenario: Die Fachdaten sind zusammen mit den Prozessdaten im BPMS gespeichert

integriertes Szenario
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Vorteile:

  • direkter Zugriff auf alle Daten
  • Performance
  • Aufgabenliste mit Prozess- und Fachdaten leicht erstellbar
Nachteile:

  • hoher Speicherbedarf im BPMS
  • Ablage der Fachdaten (typischerweise) nicht auf Zugriff von außen ausgelegt

repliziertes Szenario: Im BPMS wird eine Nachbildung der Fachdaten gehalten

repliziertes Szenario
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Vorteile:

  • Fachdaten können direkt zugegriffen werden
  • einfache und performante Erstellung der gemeinsamen Aufgabenliste
Nachteile:

  • redundante Speicherung der Fachdaten
  • große Datenmengen im BPMS

lokal referenziertes Szenario: Die Prozessdaten besitzen eine Referenz auf die lokal gespeicherten Fachdaten

lokal referenziertes Szenario
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Vorteile:

  • keine redundante Speicherung der Fachdaten
  • Datenaktualität
  • schlankes BPMS
  • Erstellung einer kombinierten Aufgabenliste möglicherweise einfach realisierbar
Nachteile:

  • häufige Datenbankabfragen durch Auflösung von Referenzen

extern referenziertes Szenario: Die BPM-Suite besitzt eine Referenz auf die in einem externen System gespeicherten Fachdaten

extern referenziertes Szenario
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Vorteile:

  • keine redundante Speicherung der Fachdaten
  • Datenaktualität
  • schlankes BPMS
Nachteile:

  • Performance ist ein kritischer Faktor und kann zu hohen Entwicklungsaufwänden führen

vereinigtes Szenario: Prozess- und Fachdaten werden in einer Tabelle in einer zusätzlichen Datenbank gespeichert

vereinigtes Szenario
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Vorteile:

  • gute Performance
  • schlankes BPMS
Nachteile:

  • höhere Entwicklungskosten
  • Fachdatenreplik kann Sicherheitsbestimmungen entgegenstehen

Die vorgestellten Szenarien unterscheiden sich in ihren möglichen Einsatzgebieten deutlich voneinander. Dabei lassen sich zunächst vor allem die beiden referenzierten Szenarien von den integrierten und replizierten Szenarien unterscheiden. Durch die Verwendung von Referenzen kann sichergestellt werden, dass immer die aktuellsten Fachdaten zur Verfügung stehen. Jedoch kann eben diese Verwendung von Referenzen, besonders bei Referenzen auf ein externes System, dazu führen, dass hohe Entwicklungsaufwände notwendig werden, um die gewünschte Performance zu erreichen. Bei einer Referenz auf lokal gespeicherte Fachdaten ist die Performance zwar verbessert, aber auch hier kommt es u.U. zu vielen JOINs und zu vielem „Nachladen“, um die Referenzen aufzulösen.

Im Gegensatz zu den referenzierten Szenarien ist der Zugriff auf die Fachdaten im replizierten Szenario deutlich einfacher und performanter möglich. Durch die Replik der Fachdaten ist es dem BPMS möglich direkt auf alle benötigten Daten zuzugreifen. Der Nachteil hierbei ist jedoch, dass sich bei einer hohen Änderungsrate der Fachdaten Probleme bei der Aktualisierung auftreten können. Des Weiteren bedingt die redundante Datenhaltung, dass sich das BPMS sehr stark „aufblähen“ kann, wofür eine geeignete Lösch-Strategie gefunden werden muss.

Auf alle Daten kann außer im replizierten Szenario das BPMS auch im integrierten Szenario zugreifen. Daher ist auch dieses Szenario sehr gut geeignet, wenn die Performanz eine große Rolle bei der Implementierung spielt. Auch bei diesem Szenario ist die Menge der Daten im BPMS potentiell sehr groß – jedoch werden die Daten nicht redundant gehalten.

Zuletzt haben wir noch das vereinigte Szenario vorgestellt, bei dem es sich um eine Vereinigung aus dem referenzierten und replizierten Szenario handelt. Es wird besonders dann eingesetzt, wenn zum Beispiel eine Aufgabenliste mit sehr vielen Einträgen hoch-performant implementiert werden muss. Dafür ist dieses Szenario besonders geeignet, weil für die Aufgabenliste eine einzige Tabelle mit allen zur Anzeige benötigten Werten bereits vorgefertigt in der Datenbank vorliegt. Dieses Szenario, genauso wie das replizierte Szenario, hat jedoch den Nachteil, dass es in manchen Projekten aufgrund von Sicherheitsbestimmungen nicht eingesetzt werden darf, weil hierzu Fachdaten repliziert werden müssen. Zu guter Letzt hoffen wir, dass unsere Blog-Reihe gefallen hat – und dass Sie etwas für Ihre Arbeit mitnehmen konnten. Ihre Kommentare sowie weitere Anregungen oder Ideen zu diesem Thema sind für uns wichtig, um weiterhin am Puls der Zeit zu bleiben. Natürlich freuen wir uns aber auch auf Ihre Fragen zur Serie der Fachdatenspeicherung im BPM-Kontext!

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